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Presseberichte

Was die Presse von uns hält wollen wir Ihnen nicht vorenthalten.
Hier eine Auswahl:


Essen gehn! 2008/2009

Tizziani
Von Martina Schober

Das liebevoll eingerichtete Mini-Restaurant im Parterre eines Wohnblocks aus den Fünfzigern gibt sogar dem Stammgast das Gefühl, ein Kolumbus der Gastrolandschaft zu sein – und er geniesst seine Entdeckung bei klassischem Wiener Schnitzel Primavera und einem Glas seines Lieblingsroten jedes Mal von neuem. Dabei war schon der legendäre Remo Tizziani stadtbekannt, und sein Weggefählrte Michael Eugster pflegt weiterhin den eigenwilligen Charakter des Lokals, erklärt mit Begeisterung die Menüs und empfiehlt den Wein dazu. Die Speisen du marché verwandeln neuen antike Küchentische in neuen einzigartige Stilleben im Kerzenschein. Im Sommer erblüht vor den grossen Schaufenstern auf dem Trottoir eine fröhlich-bunte Asphaltoase. Und da der Wirt ein Zauberer ist, bringt er Romantikern sogar den Fluss näher. Der Trick dabei: ein fein gefüllter Tizziani-Picknickkorb.




CASH 12. April 2007


Genussvoller Puritanismus
Von Ruedi Arnold

"TIZZIANI" Understatement ist in Zürichs "Tizziani" Programm. Nichts soll von der Qualität der Küche ablenken, selbst die weissen Tischtücher fehlen.

Das "Tizziani" umgibt sich mit einer gewissen Kargheit. Auf der Website ist nichts zu sehen als vier belanglose Fotos, darunter ein Mistkratzerli und ein Espresso mit der Rechnung daneben. Ob die Adresse bewusst weggelassen worden ist, stehe dahin. Es gibt in Zürich wirklich bessere als die Hönggerstrasse. Das Haus mit Restaurant im Parterre ist unscheinbar. Dass im Lokal uralte Tische stehen, die kein Mensch als antik bezeichnen würde, mag ebenfalls karg wirken. Doch Michael Eugster hat damit ein Ambiente geschaffen, in dem man sich wohl fühlt. Er, der das Restaurant vor 13 Jahren von Remo Tizziani übernommen hat, vermeidet alles Überladene, Künstliche, Schwülstige. Er duldet nicht einmal Tischtücher.
Diese priktische Haltung kommt auch in der Küche zur Geltung, was ihr offensichtlich gut bekommt. Viele Wirte behaupten, sie pflegten die leichte, nicht saucenlastige Küche, einfach und gut. Im "Tizziani" ist das tatsächlich wahr. "Wir kaufen ausschliesslich Freilandfleisch aus dem Muotathal" sagt Eugster, „und das ist so gut, dass wir es möglichst pur gelassen.“ Das Ergebnis kann, jetzt im Frühling, ein Kalbsschnitzel Primavera sein (42 Fr.): unglaublich zart und erst noch geschmackvoll das Fleisch, umhüllt mit dem Nötigsten an Panade, begleitet von frischem Rucola.
Genauso köstlich schmeckt offenbar das Mistkratzerli (39 Fr.), ein anderer Klassiker des "Tizziani", das zu seinen glücklichen Lebzeiten nicht von Muotathaler, sondern von Aargauer Boden seine Körner pickte. Meine Begleitung verstieg sich zur Behauptung, es sei sogar das Beste ihres Lebens gewesen.
Dem Fleisch war ein Kressesüppchen in einem niedlichen Töpfchen vorausgegangen (12.50 Fr.), zum Dessert gabs eine Kugel Vanilleglace mit Himbeergratin (11.50 Fr.) Alle Glace sind hausgemacht, aber das ist wohl keine Überraschung mehr.
Eugster sucht nur Weine aus, die ihm selber gefallen, wenige Labels, sondern weitgehend Unbekanntes aus der Schweiz, aus Österreich, Portugal und Südfrankreich, seiner Lieblingsregion. Der Monte do Castanheiro aus dem Alentejano hat die Mahlzeit jedenfalls würdig begleitet. Auf den Sommer gibt’s im Tizziani Picknickkörbe: Suppe, Hauptgang und Dessert in einem dreigeteilten Metallgefäss, das Eugster für diesen Zweck aus Thailand mitgebracht hat, Stoffservietten mit dem Besteck, ein Windlicht, eine Wolldecke und ein Büchlein mit Kurzgeschichten aus der Weltliteratur. So macht sogar ein Picknick Spass.




Tages-Anzeiger 6. Juli 2007

Der Winzling Tizziani, ein Ort zum Verlieben

Von Carmen Roshard

Das Tizziani in Wipkingen ist leicht zu übersehen. Hat man  es aber einmal gefunden, kann es sein, dass man gar nicht mehr nach Hause will.

Die Hönggerstrasse in Wipkingen ist zugegeben nicht gerade eine romantische Adresse. Das kleine Tizziani liegt im Parterre einer architektonischen Missgeburt aus den 70er-Jahren und ist leicht zu übersehen. Die gegenüberliegenden Häuserfassaden sind trist, Autos parken am Strassenrand, fahren vorbei Richtung Aargau. Die Banlieu, nennt Wirt Michael Eugster diesen Ort. Das braucht niemanden zu kratzen, denn die kleine heimelige Beiz strahlt eine Intimität aus, die ein noch so unverbindliches Tête-à-tête zur potenziellen Liebesaffäre werden lässt.


Tischtücher braucht es nicht

Genau das will Michael Eugster erreichen. Jeder einzelne seiner maximal 30 Gäste soll sich wohl fühlen, darf das Mistkratzerli, eine Spezialität des Hauses mit den Händen essen. Eugster vermeidet alles Überflüssige, verzichtet gar auf Tischtücher. Die Backsteinwände sind weiss lasiert, alte Tische vom Flohmarkt stehen auf dem ziegelfarbenen Steinboden. Selbst die nackten Glühbirnen, die in Reih und Glied von der Decke baumeln, verströmen Wärme und Behaglichkeit. Die türkisblau gestrichene Wand bei der Treppe zu den Toiletten um Untergeschoss mit dem grossen, in Gelb gehaltenen Porträt des unbekannten Schwarzen, gibt dem Raum etwas bohèmehaftes.
Michael Eugster hat dem winzigen Restaurant seinen Stempel aufgedrückt, aber trotzdem den Geist seines verstorbenen Vorgängers Remo Tizziani bewahrt. So ist das Freiland-Wienerschnitzel aus dem Muotatal immer noch der absolute Renner. Und selbst aus Bern und St. Gallen reist man an, um das legendäre längs aufgeschnittene Markbein zu schlürfen.
Mit minimalem Aufwand erreichen Wirt Eugster und sein Team das Maximum. Diese Gastrostrategie zieht sich bis in die Küche zu Maya und Willi, zwei prima kochenden Autodidakten. Maya ist nicht nur Köchin, an diesem Abend meistert sie auch den Service. Die Lesebrille können wir getrost links liegen lassen, im Restaurant Tizziani wird das Menü erzählt. Das heisst, der Gast muss sich mächtig konzentrieren, um beim dritten Menü-Vorschlag die Vorspeisen noch im Kopf zu haben. Aber keine Bange, man ist freundlich und hat Geduld.


Romantisch urbane Stimmung

Während nun der Magen leise vor sich hin knurrt, schweift der Blick durch die grosse Glassfassade nach draussen. Töpfe mit Maulbeerbäumen und Blumen säumen das bunte Gartenmobiliar und verleihen dem Vorplatz eine fremdländische Aura. Trotz oder gerade wegen des vorbeirauschenden  Abendverkehrs entsteht eine romantisch urbane Stimmung. Die Maulbeerbäume sind ein Tribut an Michael Eugsters Vergangenheit als Seidenraupenzüchter.
Im Gegensatz zu Michaels fernöstlichen Vorlieben, dem japanischen Schriftsteller Haruki Murakami und seiner heiss geliebten japanischen Ur-Hündin Sayuri (heisst japanisch „kleine Lilie“), ist seine Kochkultur eher europäisch bodenständig. Sie kommt frisch und einfach daher.
Zur Vorspeise aus Brione: Warmer Bio-Chèvre-Käse auf toast mit verschiednen Salaten und eine kalte Tomatensuppe mit Basilikum – das perfekte kulinarische Vorspiel. Als Hauptgang wird nicht etwa Murakamis Aufziehvogel serviert, sondern ein veritables Mistkratzerli aus dem Aargau – selbst an die obligaten weissen Socken hat man gedacht - , langsam im Ofen geschmort mit Rosmarin und Zitrone. Herrlich dazu die knusprigen Bratkartoffeln. Fernost und Europa treffen sich wieder, wenn der freundliche, schweigsame Thailänder Lek das türkische vegetarische Teigtäschli (Mucver) mit Taziki und Taboulé auftischt. Der Gentleman gegenüber schweigt und geniesst und schweigt.


Nicht günstig, aber sehr fein

Bei der Weinauswahl lässt sich Eugster von seinen eigenen Geschmacksvorlieben leiten und bietet Unbekanntes aus der Schweiz, Österreich, Portugal und Südfrankreich an. Sehr zum Wohl seiner Gäste. Auf den Höhepunkt mussten wir leider verzichten, obwohl uns die fleissige Maya mit süssen Versuchungen wie Schoggikuchen, Vanilleglace mit Himbeercouli oder Erdbeerschnitten verführen wollte. Es war einfach kein Platz mehr frei im Magen.
Wer sich an der Hönggerstrasse das ganze Programm inklusive Wein und Dessert gönnt, muss pro Person mit hundert Franken rechnen. Das Tizziani ist kein günstiges Lokal, aber ein sehr feines. Obwohl es auch nach sieben Jahren noch den Ruf des ewigen Geheimtipps geniesst, lohnt sich  eine Reservation auf jeden Fall.

Keine separate Nichtraucherzone, dafür im Sommer ein Platz an der frischen Luft.




Schweizer Illustrierte 20. August 2007

GAULTMILLAU! 12/20 Gute Adresse!

Markbein vom Muotathaler Rind

Restaurant Tizziani, Zürich, Hier ist alles aufs Wesentliche reduziert: So kommt bei Gastgeber Michael Kaspar Eugster und Küchenchef Willi Neuenschwander der Genuss erst zur Geltung.

Michael Kaspar Eugster ist ein geborener Gastgeber. Und ein gastronomischer Dauergeheimtipp, den zu verraten eigentlich das eigene Interesse an einem stets freien Tisch im Lieblingsrestaurant verbietet. Denn das „Tizziani“, unweit der trendigen Zürcher Galerienmeile an der Hönggerstrasse versteckt und in einem Mietshaus aus den 70er-Jahren beheimatet, hat nur gerade neun Tische, die für rund 30 Gäste Platz bieten.
Auch die Küche, in der Eugsters kongenialer Partner Willi Neuenschwander seiner Profession  nachgeht, hat Schiffskombüsen-Format. Dafür ist es im "Tizziani" immer gemütlich, ja fast familiär. So darf auch das kulinarische Programm bezeichnet werden, das einer inspirierten, manchmal verspielten Cuisine de Marché das Wort redet.
Die Karte wird zwar jeden Tag neu geschrieben, führt aber daneben immer auch einige "Tizziani"-Klassiker: Markbein vom Muotathaler Rind, Wiener Schnitzel "Primavera", perfekt gegrilltes Rindsfilet an Liebstöckel-Butter und das unvergleichliche Mistkratzerli an Weisswein-Rosmarin-Zitronenjus - ein besseres findet man nirgends.
Immer im täglich wechselnden Angebot fangfrischer Fisch, eine vegetarische Hauptspeise und eine Suppe; bei unserem Besuch hatte Neuenschwander gerade eine kalte Gurkensuppe zur Hand, die herrlich abgeschmeckt perfekt dem heissen Sommerabend entgegenwirkte. Die Weinkarte ist ähnlich reduziert und führt ausschliesslich europäische Tropfen.




Orte November 2006

Michael Kaspar Eugster & Tizziani
Empfohlen von Carlo Bernasconi

Küche: europäische, saisonale Küche, frisch und einfach. Spezialität: Auf Vorbestellung Picknickkörbe mit literarischer Beilage (Reclam-Bändchen) für Stadtwanderer.

Im Tizziani, 29. März 2006 - Skizze über einen Stadtgänger mit japanischem Urhund

Utensilien im Picknickkorb des Restaurants Tizziani für die warme Jahreszeit:

- Tiffin, 3-stöckig, gefüllt mit barer Köstlichkeit x 3, z. B. kalter Gingersuppe, sizilianischen Karoffeln mit Forelle, Frischkäse mit Honig
- Stoffservietten
- Reclambüchlein mit Kurzgeschichten (Michi Eugster, der Kreateur, wählt aus, je nach Picknick-Korb-- Empfänger Dostojewski, Kafka, oder Edgar Allan Poe...)
- Gläser, die zerschlagen können. Aber Michael Eugster geht davon aus, dass der- oder diejenige, die seinen - Picknickkorb entgegennimmt, ein sorgsamer Geist ist.
- Gräser, Blätter, Blüten des Parks, in dem man sich mit Tizziani-Picknickkorb niedergelassen hat, und die in den Picknickkorb geweht sind.


Geister im Tizziani:

- Der Sensible mit der vollen Stimme, Michael, der dem Gast die physisch nicht existente Speisekarte erzählt, z.B. Bärlauchsuppe, Chèvre Chaud, Tessiner Alpenkäse, Artischockenravioli mit Trüffelöl...)
- Der Schweigsame, Emsige (aus Thailand)
- Der ebenfalls Schweigsame in der Küche
- Der japanische Urhund (eine Dame)
- Gäste an den Holztischen, die sich des schmackhaften, gesunden Essens erfreuen
- Günther Platzer vom FreiEck im Zürcher Seefeld, den Michael Eugster als nächsten in der Stafette angibt


Urgeister im Tizziani:

- Frau Tizziani, die Gründerin des Restaurants, das damals Pfefferkorn hiess
- Ihr verstorbener Sohn Remo, der das Restaurant Pfefferkorn zum Tizziani machte
- Bob Dylan, der im Hintergrund lyrisch summt
- Geister aus Haruki Murakamis Roman „Der Aufziehvogel“, eines der liebsten Bücher von Michael Eugster
- Das Schweizer Grosi vom Bielersee, das den kleinen Michi einiges lehrte


Facts & Figures zum Tizziani:

- Hat nichts mit dem venezianischen Maler Tizian zu tun
- Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag ab 18 Uhr
- Empfohlenes Benehmen: Die Behutsamkeit dieses Orts geniessen. Den japanischen Urhund gern auf schweizerdeutsch begrüssen. Oder Fährten des Stadtgängers Michael aufnehmen, mit Tizziani-Picknickkorb am, z.B mit Ziel Rieterpark oder...




Schweizer Familie 27. Mai 2004

Ein Picknick über Mittag

Im Sommer sitzen viele lieber im Park als in der Kantine. Das hat Michael Eugster vom Zürcher RESTAURANT TIZZIANI auf eine erfrischende Idee gebracht: Werktags packt er 30 Picknick-Körbe mit feinsten Sachen.

Nur schon das Wort löst romantische Gefühle aus. Picknick - da riecht man die warme Sommerwiese, hört das Summen der Bienen, spürt die Sonne auf der Haut. Vom Essen in der freien Natur träumen wir oft und tun es viel zu selten. Weil wir den Aufwand der Vorbereitung scheuen?
Michael Eugster, 41, Wirt des Zürcher Quartierrestaurants Tizziani, scheut den Aufwand nicht. Zwar hat man ihn selbst noch selten beim Picknick gesehen, obwohl er ein naturverbundener Mensch ist, der seinen japanischen Hund Sajuri täglich durch die Landschaft spazieren führt. Das hindert den leidenschaftlichen Gastgeber nicht daran, diesen Sommer jeden Mittag 30 delikat gefüllte Picknick-Körbe für seine Gäste bereitzustellen: „Ich trage diese Idee schon seit ein paar Jahren mit mir herum, und nun stimmen die Bedingungen, um sie zu verwirklichen.“


Den Charme behalten

Vor zehn Jahren eröffnete Remo Tizziani sein Lokal zwischen Bahnhof Zürich-Wipkingen und Flussbadi Letten. Trotz der Nähe zum chic gewordenen Kreis 5 hat das angrenzende Wipkingen seinen Quartiercharme behalten, der auch das Tizziani mit seiner Brockenhaus-Ausstattung prägt: Jeder Holzstuhl ist anders, und Porzellan stammt von unterschiedlichen Grossmüttern. Michael Eugster, ein Multitalent in der Gastroszene, hatte damals beim Aufbau mitgewirkt. Als Tizziani vor vier Jahren starb, war Michael sein Wunschnachfolger. Eine schöne Aufgabe für ihn, doch am Anfang nicht ganz einfach. „Vieles musste wieder neu aufgebaut werden, ich konnte mich nicht einfach ins gemachte Nest setzen“, meint er rückblickend. Mit seinem kleinen, treuen Team - Julia im Service, Willi und Rex in der Küche, sowie seinem thailändischen Freund Lek und der 75-jährigen Rentnerin Rösli - hat er es geschafft: „Wir machen keine finanziellen Verluste - allerdings auch null Gewinn.“
Die einst trendigen Jutevorhänge sind verschwunden, dafür erstrahlt  eine Wand in frischem türkis. Die beliebten Klassiker wie das Zitronen-Rosmarin-Mistkratzerli, das Cordon bleu mit Muotathaler Urwaldschinken und Roquefort, das grillierte Rindsfilet mit Liebstöckel-Butter stehen nach wie vor auf der Speisekarte. Und das sogar in gesteigerter Qualität: "Wir kochen heute ausschliesslich mit frischen Produkten, sozusagen wie in einer Privatküche."


Neu auch Mittagstisch

Als Neuerung ist das Restaurant seit Anfang dieses Jahres nicht mehr bloss abends geöffnet. Am so genannten Mittagstisch gibt’s werktags ein Menü, das weniger als 20 Franken kostet. Salat und Suppe kommen dabei nach bekannter Tizziani-Manier immer in der Schüssel auf den Tisch. Die Gäste aus dem Quartier schätzen das.
Mit viel Liebe zum Detail ging Michael Eugster auch ans Picknick-Projekt. Auf Flohmärkten hat er lauter verschiedene alte Körbe zusammengesucht. Dreistöckige Aludosen aus Thailand - hierzulande auch als Gamellen bekannt - sollen das sommerliche Mittagsmenü kühl halten.
Ein Freund machte ihn auf die Wolldecken-Aktion von Pick Pay aufmerksam, worauf er sich umgehend mit 30 rot und blau karierten Exemplaren eindeckte: "Man sitzt darauf stets trocken, denn die Unterseite ist plastifiziert - ausserdem sind sie waschbar." Kissen gibt’s auch, allerdings sucht er noch nach schönen Überzügen. Und bei Migros fand er schliesslich die nostalgischen Bügelflaschen, in die er den Wein abfüllt. Dazu passen natürlich werde Plastikbecher noch Plastikbesteck.
Doch der Clou sind die sorgsam ausgewählten Reclam-Bändchen mit Kurzgeschichten-Klassikern von Gottfried Keller über Kafka, Tolstoi, Walser, Storm, Nabokov und Schiller bis Wilde und Hemingway. Welches Büchlein sich im Picknickkorb findet, soll für den Gast jeweils eine Überraschung sein. Ebenso wie das Menü, das aus einer kalten Suppe, einem Salat mit Fleisch, Fisch oder Poulet und einem Dessert aus frischen Früchten oder Käse besteht. "Auf jeden Fall sind es unkomplizierte Sommergerichte, die sich einfach vorbereiten lassen". Wer sich einen Picknick-Korb für 25 Franken plus Depot sichern will, sollte ihn vorbestellen. Und vielleicht eine etwas längere Mittagspause einplanen.

Picknick-Gerichte sollten unkompliziert sein und sich im Voraus zubereiten lassen. Michael Eugster hat noch eine ganze Reihe nachahmenswerter Ideen:

Kalte Suppen
- Gazpacho, Tomatensuppe, Rüeblisuppe mit Ingwer
Salate und Fleisch
- Toskanischer Brotsalat (Panzanella), kalter Kalbsbraten mit pikanter Tomatensauce
- Orecchiettesalat mit Thunfisch, frischem Gemüse und Peperocini
- Risi-Pisi-Salat mit Erbsli und Roastbeef
- Hörnlisalat mit Schinkenröllchen
Dessert
- Geisskäse und frische Früchte




Züritipp 24. Juni 2004

FELD-, WALD- UND WIESENRESTAURANT
Von Daniel Böniger

Michael Eugster vom Restaurant Tizziani vermietet diesen Sommer Picknickkörbe an Gäste, die ihre Mittagspause an der frischen Luft verbringen möchten.

Nur wenige Monate nach der Einführung eines Mittagstisches hat Michael Eugster in seinem Restaurant Tizziani ein weiteres neues Angebot realisiert: Wer Lust hat, seine Mittagspause draussen zu verbringen, holt im Wipkinger Esslokal einen gefüllten Picknickkorb samt Wolldecke.
"Man kann nicht das Wohlbefinden der Gäste ins Zentrum stellen und dann erwarten, dass sie im Sommer jeden Mittag hier drinnen sitzen wollen", meint der 41-jährige, der eigentlich selber kein Picknicker ist. In der Vorbereitungsphase jedoch hat er einige Male draussen gegessen und ist nach dem Selbstversuch überzeugt davon, dass man nach einem Picknick gelassener und entspannter ist. "Es tut gut, den Kopf mit einer frischen Brise durchzulüften", meint er.
Was bekommt man für die 25 Franken, die pro Person berappt werden müssen? Eine Portion Gurkensuppe; einen sizilianischen Kartoffelsalat  mit geräuchertem Felchenfilet, Früchte und Brot. Das Angebot variiere allerdings, betont Eugster. Zum Essen packt er jeweils eine Decke und Chromstahlgeschirr. Auf Wunsch kommt Rotwein in einer Bügelflasche in den Korb. Ein Angebot, von dem die Zürcherinnen und Zürcher wohl eher abends Gebrauch machen werden. Und zu guter Letzt gibt’s für alle, welche allein unter einer Birke sitzen, ein Reclam-Büchlein obendrauf. "Das Lesen gehört für mich zur Entspannung dazu" gibt er zu Protokoll. Verschiedene Schriftsteller wie Dostojewski, Kafka oder Edgar Allan Poe finden sich im Angebot.
Vier Jahre - sprich: seit er im Tizziani wirtet - hat er die Picknickidee mit sich herumgetragen: "Ursprünglich spielte ich zuerst mit dem Gedanken, das Restaurant im Sommer einmalig auf eine Wiese zu verschieben." Was allerdings zu aufwändig gewesen wäre. Weil er die Körbe nur auf Vorbestellung präpariert, lässt sich das individuelle Aussenessen viel leichter realisieren.
Den genervten Ausruf "Schon wieder Sandwiches!" wird  man diesen Sommer auf Wipkingens Wiesen während der Mittagspause wohl seltener hören.




Annabelle 30. Juni 2004

Mittagspicknick

Wenn die Sonne scheint, verbringt man die Mittagspause lieber draussen. Deshalb packt Michael Eugster vom Restaurant Tizziani auf Vorbestellung seinen Gästen ein Dreigangmenü in den Picknickkorb, den sie mitnehmen können. Aufs Parkbänkli oder in die nahe gelegene Lettenbadi. Das Menü im dreistöckigen Isolierbehälter besteht aus kalter Suppe wie etwa Gazpacho oder Rüeblisuppe mit Ingwer. Dazu gibt’s einen Salat mit kaltem Fleisch, Fisch oder Poulet - etwa Toscanischen Brotsalat mit kaltem Kalbsbraten und pikanter Tomatensauce. Das Dessert besteht aus Käse oder frischen Früchten. Zum Korb gehören eine Wolldecke, ein Kissen, Gläser, Geschirr - und ein Reclam-Bändchen mit Kurzgeschichtenklassikern von Gottfried Keller bis Ernest Hemingway. Der Picknickkorb kostet ohne Getränke 25 Franken plus 50 Franken Depot.




Blick 14. Juni 2003

Tisch-Gespräch mit Patrick Rohr
Von Katja Richard

Vor kulinarschen Experimenten scheut Patrick Rohr nicht zurück. Der Moderator aus der Sendung "Quer" hat schon Heugümper degustiert.

Elegant schwingt sich Patrick Rohr von seinem City-Bike. Er hat sich leicht verspätet, sieht aber, trotz abendlicher Hitze, frisch und erholt aus.
Wir setzten uns an einen türkisfarbenen Gartentisch, direkt unter einem Maulbeerbaum. Die bunte, kleine Terrasse auf einem breiten Trottoir mitten in Zürich Wipkingen gehört zur Lieblingsbeiz von Patrick Rohr, dem "Tizziani". Er lehnt sich entspannt zurück und lädt - ganz Gentleman (!originalton) - zum Prosecco ein.


Natürlich, saisonal, geschmackvoll

Einfach, schlicht und liebevoll - das gilt im "Tizziani" für die Einrichtung und das Essen. Michael Eugster bietet eine saisonale Küche mit Frischprodukten, wenn immer möglich aus der Schweiz. Das Fleisch kommt aus Muotataler Freilandhaltung. Die Qualität der Produkte ist hoch, die Zubereitung einfach. Die Speisekarte wechselt täglich, nur die beliebten Klassiker hats immer: Wiener Schnitzel, Mistkratzerli und Markbein. Drinnen gibt es 31 Plätze an einfachen Holztischen. Gespeist wird bei sanftem Glühbirnen- und Kerzenschein. Die Sommerterrasse ist ebenso schlicht, aber etwas bunter: Die Gartenmöbel sind original aus den Sechzigerjahren und farbig bemalt.


 
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